Januar 30th, 2012 | No Comments »

Nach dem Bestseller von Stieg Larssons Millennium Trilogie, die circa 50 Millionen Menschen lasen, erschien nun die Hollywoodverfilmung mit Starbesetzung auf der Kinoleinwand.

Doch wie wurde das Kultbuch im Film umgesetzt?

Seit 12.01.2012 angelaufen, belegt die Neuverfilmung bereits Platz 2 der Kino Charts.

James Bond Darsteller Daniel Craig ist diesmal in einer anspruchsvollen Rolle als Mikael Blomkvist zu sehen. Stieg Larsson beschrieb Mikael als cleveren, mutigen, nicht überaus gut aussehenden Mann mit dem gewissen Etwas. Schlank, aber ein wenig aus der Form geraten und wenig sportlich. Vielleicht ein Grund sich Daniel Craig nicht als Idealbesetzung für diese Rolle vorstellen zu können. Doch nach nur einigen Minuten nimmt man Daniel Craig als Mikael Blomkvist an.

Der 158 minütige Film von David Fincher beginnt mit einem aufwändigen Intro aus fließenden Grautönen, aus Stahl gegossenen Hauptfiguren, lodernden Feuer und genialer Filmmusik.

Die Geschichte ist den meisten bekannt. Mikael Blomkvist wird von dem Industriellen Henrik Vanger beauftragt herauszufinden, wer vor 43 Jahren seine Nichte Harriet ermordet hat.

Jedes Jahr an seinem Geburtstag erhält Henrik ein anonymes Paket zugeschickt. Darin befindet sich eine gepresste Blume in einem Glasrahmen.

Nachdem Mikael  recherchiert, entdeckt er eine Spur und wünscht sich eine Assistentin, die ihm hilft den Fall aufzuklären.

Lisbeth Salander, gespielt von Rooney Mara, nimmt die Aufgabe an.

Rooney Mara kommt der Romanfigur Lisbeth Salander sehr nah. Punkig, düster, anders, trotzdem auf ihre eigene Art attraktiv, unberechenbar und klug.

Fichers  Neuverfilmung ist kein actiongeladener, glitzernder Hollywoodstreifen. Der Film erzählt in düsterer Stimmung, die durch das trübe Wetter verstärkt wird, die Geschichte des Bestseller Romans.

Über 650 Seiten zählt der Roman, circa 10 Stunden Lesezeit werden auf 2,5 Std. komprimiert. Das ist der Grund weshalb viele Leser immer wieder von den Verfilmungen enttäuscht sind. Alles geht zu schnell, wird zu schnell abgehandelt.

Das Remake „Verblendung“  enttäuscht und langweilt nicht – aber es gibt einige gravierende Abwandlungen des Originals.

Im Roman beginnt Mikael eine unbedeutende Affäre mit Cecilia Vanger. Vielleicht zu unwichtig, oder auch um Mikael nicht als Frauenhelden darzustellen, wird dies im Film nicht erwähnt. Cecilia sieht man nur in wenigen kurzen Szenen.  Die Charaktere der Vanger Familie bleiben insgesamt eher blass.

Völlig verändert wurde die Erklärung um das Verschwinden von Harriet Vanger. Diese Änderung vom Roman wirft neue Fragen auf.

Wodurch kommt Mikael zu dem Schluss, dass nur Anita Vanger wissen könne, wo sich Harriet aufhält.

Im Roman lebt Harriet in Australien und Anita Vanger verrät sich durch ein Telefonat nach dem Ableben von Martin Vanger.

Im Film ist Anita die gesuchte Harriet. Doch wo in Gottes Namen ist dann Anita?

Die Abwandlung ist nicht ganz schlüssig und nachvollziehbar.

Warum wurde dies geändert?

Eine weitere Änderung ist das Geschenk, welches Lisbeth Mikael machen möchte.

Im Buch findet sie einen 50er Jahre Elvis aus Blech in einem Geschenkeladen und im Film muss es eine teuer nachgeschneiderte Lederjacke sein, die Mikael auf einem Foto in jungen Jahren trägt.

Vielleicht soll damit zum Ausdruck gebracht werden, welche Gefühle die manchmal verletzlich wirkende Lisbeth für Mikael hat.

Insgesamt ist „ Verblendung“ ein sehenswerter, gelungener Film.

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